Grüße vom anderen Ende der Welt

Hallo ihr Lieben,

immer wenn ich mich ein paar Tage länger nicht bei euch melde, bin ich vermutlich sehr viel unterwegs. Deshalb kann ich euch jetzt so Einiges erzählen, was auch spannend ist.

Der kleinste Papua.

Ich bin angekommen! Wo?
In Papua Neuguinea – so ziemlich am anderen Ende der Welt. Nach knapp 24 Stunden inklusive Flug sind wir am vergangenen Dienstag in der Hauptstadt von „PNG“ in Port Moresby gelandet.
Eine lange Reise, die hinter uns – der U20 Nationalmannschaft – liegt. Von Frankfurt über Singapur und dann mit der „Air Niugini“ weiter in ein unbekanntes, aber sehr freundliches, wenn auch verarmtes Land.
PNG liegt im Norden von Australien und umfasst die Osthälfte der Insel Neuguinea mit etwa 5,2 Millionen Menschen. Nach Madagaskar und Indonesien ist Papua Neuguinea der flächenmäßig größte Inselstaat der Welt. Wir sind hier 9 Stunden voraus. Wenn ihr schlafen geht stehe ich auf. Den Kina, das ist die handelsübliche Landeswährung, können wir allerdings nur schwer ausgeben.
Wir haben ein klasse Hotel, neu erbaut auf 19 Etagen (Wer dieses Hotel künftig beziehen wird, ist mir indes völlig unklar). Solltet ihr irgendwann einmal nach Port Moresby reisen, kann ich euch das „The Stanley Hotel“ wärmstens empfehlen. Wärmstens im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ist hier sehr warm.

Wir haben erstmalig einen eigenen Koch an Bord und Felix ist einfach traumhaft, sodass wir ihn gar nicht mehr hergeben möchten ;0) Es wurden nagelneue Trainingsplätze gebaut, wovon einige noch immer nicht ganz fertig sind. So wurde am 2. Trainingstag auf unserem Platz erst das Flutlicht fertig, welches man ab 18 Uhr definitiv benötigt, weil es dann dunkel wird.

Bei den beiden fühle ich mich sicher.

Es gibt vier Stadien und mit 15.000 Plätzen ist das National Football Stadium das Größte. Dort findet am morgigen Sonntag das Eröffnungsspiel zwischen PNG und Brasilien statt. Dieses Spiel ist restlos ausverkauft. Alle WM Spiele finden in Port Moresby statt, weil dies am Sichersten ist.
Port Moresby zählt zu den 3 gefährlichsten Städten der Welt und es wimmelt hier von Securitys. Auf jeder Etage sind 24 Stunden am Tag 2 Polizistinnen postiert. 2 Polizistinnen begleiten uns immer, egal wohin wir uns bewegen (was ja nicht weit ist weil wir das Hotel nicht verlassen dürfen und schon gar nicht alleine).

Die Trainingsplätze liegen vom Hotel etwa 10 bis 15. Minuten entfernt, eine Polizeieskorte begleitet uns und auf dem Weg dorthin begegnen wir Dingen die wir sonst nirgends erleben.

Die Malenesier – Ureinwohner PNGs.

Ich erwähnte zu Anfang, dass die Menschen hier unglaublich freundlich und zuvorkommend sind. Wir wurden am Dienstagmorgen um halb 5 von etwa 100 jubelnden Kindern mit Deutschlandfahnen am Flughafen erwartet und auf dem Weg zum Platz winken und jubeln uns die Menschen am Straßenrand unentwegt zu. Das ist wirklich ein phantastisches Bild. Es ist ein sehr armes Land und das ist wahrlich nicht zu übersehen und es ist auch ein Stück weit bedrückend. Das erklärt auch die hohe Kriminalität und die damit zusammenhängende Vorsicht. Wir dürfen das Hotel nicht verlassen und die anliegende kleine Mall nur mit unseren Sicherheitsleuten betreten.
Nachdem wir unseren Jetleg überstanden haben sind wir nun gut in der Zeit und in dem sehr Luft feuchten Klima angekommen. Man benötigt doch den ein oder anderen Tag,
um sich an alles zu gewöhnen und die Müdigkeit sowie Trägheit aus dem Körper zu schütteln.
Schütteln ist ein gutes Wort. Nach einigen Trainingseinheiten sind wir nun bereit.
Wir starten am Montagnachmittag um 16 Uhr (7 Uhr MEZ) in das WM Turnier und wollen gegen Venezuela gut in das Turnier finden. Das ist unser Ziel.
Nun sende ich euch liebe und sonnige Grüße aus einem mir noch fremden Land
Weitere Berichte werden nun folgen.

Eure Silke